Bananenseide (Abacá)

Die Abacá ist eine in Ostasien heimische Pflanzenart aus der Gattung der Bananen.
Sie erreicht eine Wuchshöhe von 3 bis 8 Metern und einen Durchmesser des Scheinstammes von 12 bis 30 Zentimetern. Der Scheinstamm besteht aus einem weichen Kern, dem eigentlichen Stamm, und bis zu 25 eng darum gewickelten Blattscheiden.

Genutzt werden vor allem die bis zu zwei Meter langen Hartfasern der Abacáblätter. Die Faser ist relativ grob und weist eine hohe Reißfestigkeit auf. Zur Gewinnung der Faser werden die Blätter zu Beginn der Blütezeit an der Basis abgeschnitten und entsprechend ihrem Alter und der Qualität geordnet. Dabei enthalten die innersten und damit jüngsten Blattscheiden die weichsten und schwächsten Fasern. Die Fasern werden gewaschen und getrocknet.

Die wirtschaftlich relevanten Anbauländer sind die Philippinen und Ecuador.

Der größte Teil der Faserproduktion wird zu Pulpe verarbeitet, also in Wasser gelöst und für spezielle Zellstoffprodukte wie Teebeutel, Zigarettenpapier, Banknoten (aktuell nur in Japan) und industrielle Filter genutzt. Aufgrund ihrer Salzwassertoleranz werden die Fasern zudem für die Herstellung von Tauen und Fischnetzen verwendet; weiterhin werden Hängematten und Teppiche aus ihnen gefertigt.